Kleine Budgets - Große Wirkung - Spotproduktion für das Lokalfernsehen
Man muss den “Big-Mac” nicht jeden Tag neu erfinden
„Wie lässt sich im Lokalfernsehen mit einem kleinen Budget eine große Wirkung erzielen?“ Mit seiner Frage nach dem lokalen Geheimrezept für möglichst effektive und zugleich kostengünstige Spotproduktion, brachte Norbert Hufgard, Geschäftsführer der TV touring Fernsehgesellschaft mbH & Co., gleich zu Beginn seiner Moderation auf den Punkt, was den lokalen Fernsehanbietern hierzulande Kopfschmerzen bereitet: das Spannungsfeld zwischen begrenzten finanziellen Möglichkeiten und qualitativ hochwertiger Spotproduktion, die beim Kunden und Rezipienten ankommt.
Dass eine große Wirkung allerdings nicht unbedingt eine Budgetfrage sein muss, wurde im Laufe des Workshops schnell deutlich. Anhand zahlreicher Beispiele zeigten die geladenen Experten Lösungsansätze für erfolgreiche Spotproduktion im lokalen Fernsehen. Bernhard Bertram, Geschäftsführer des Hamburger Lokalsenders Hamburg 1 Fernsehen, sprach sich für kostengünstige Konzepte aus. So könnten beispielsweise Rohdaten von Printanzeigen als Grundlage für Fernsehspots genutzt werden. Des Weiteren ließen sich durch die Lokalisierung nationaler Spots Produktionskosten einsparen.
René Falkner, Geschäftsführer von Sachsen Fernsehen Chemnitz, warf ein weiteres Erfolgsrezept in die Diskussionsrunde. Er sieht qualitativ hochwertige Audios als Chance für die lokale Spotproduktion, denn mit einem guten Sound könne man schlechte Bilder oft retten. Hier biete es sich unter anderem auch an, mit lokalen Hörfunkstationen zu kooperieren.
Johannes Zeindlmeier, Verkaufs- und Marketingleiter bei Donau TV, setzt vor allem auf das kreative Potential seiner Mitarbeiter, denn externen Kreativagenturen fehle oft Erfahrung im Bereich lokaler Fernsehwerbung. Bei ihm darf ein Werbespot auch im Lokalen schon mal aufwendiger gedreht sein. „Man kann den Kunden durchaus davon überzeugen, auch mal etwas mehr Geld auszugeben, wenn es sich lohnt und der Spot lange gesendet werden kann. Um Kosten zu sparen, lohne es sich, die Kunden direkt in die Spotproduktion mit ein zu binden. Auf diesem Wege ließen sich nicht nur Kosten für professionelle Darsteller einsparen. Vor allem der Charme des Authentischen und damit auch die Nähe zum Kunden, seien in diesem Fall nicht zu unterschätzen.
Hier knüpft auch Bernd Keller, Inhaber der Film- und Fernsehproduktionsfirma planetlux, an, wenn er sich dafür ausspricht, Kunden mitunter auch als Testimonials zu nutzen. Das befriedige auch die Eitelkeit so mancher Kunden, die es allerdings gut zu inszenieren gilt. Keller verspricht sich zudem Erfolg mit eingekauftem Archivmaterial, denn so komme man relativ schnell ohne großen Kostenaufwand an qualitativ hochwertiges Bildmaterial. Er machte allerdings auch deutlich, dass man ohne ein gutes Drehbuch keine große Wirkung erreichen kann. Und dafür müsse man mitunter auch mal ein wenig investieren.
„Man muss den Big Mac nicht jeden Tag neu erfinden, um erfolgreiche lokale Spotproduktion zu betreiben“, so Norbert Hufgard in seinen abschließenden Worten. Damit zeigte er treffend den Status Quo erfolgreicher Fernsehwerbung im lokalen Fernsehen auf. Man setzt auf Altbewährtes, greift dabei auf klassische Werbung zurück und bricht diese entsprechend für das Lokalfernsehen runter. Neue Wege, wie beispielsweise ein Abstecher in das Internet, werden, zumindest in den dargelegten Beispielen, nicht beschritten.
Audiomitschnitt des Workshops